NFT-Paris 2025 – eine Momentaufnahme
Ein Beitrag von Gregor Danielmeyer
Am 13. und 14.02.2025 fand die größte Convention in Sachen NFTs in der Pariser Grande Halle de la Villette statt. Am Tag der Verliebten trafen sich 20.000 Menschen und 400 Speaker zum Thema NFTs in Paris. Man könnte meinen, der Termin sei bewusst gewählt, denn auch in der Liebe geht es manchmal rasant, euphorisch oder betrübt zu. Parallelen, die jeder NFT-Hodler kennt.
Doch in diesen Tagen gab es kein FOMO (Fear of missing out). Es gab viele Möglichkeiten sich mit Künstlern, Ausstellern und Besuchern auszutauschen und spannende Vorträge mit kreativen Denkansätzen, die in der Gegenwart aber auch in der Zukunft unseren Alltag erleichtern, verändern und noch mehr digitalisieren werden, zu lauschen.
Und all das sollte dazu führen, dass die nationale Denkweise zur steuerrechtlichen Beurteilung von Lebenssachverhalten im Zusammenhang mit der Blockchain-Technologie international und aus dem Blickwinkel der Technologie erfolgt. Denn letztendlich basieren die vielfachen Geschäftsideen und Möglichkeiten auf der DLT (Distributed Ledger Technologie). Steuerrelevante Aufzeichnungen werden in globalen Netzwerken (auf dieser Webpage findet man übrigens die Blockchain-Technologie kinderleicht erklärt) aufgezeichnet und auf (öffentlichen) Blockchains für alle Ewigkeit sichtbar gemacht. Warum wird dann der Verkauf oder die Herausgabe eines Tokens oder eines Coins in jedem Land unterschiedlich behandelt und warum schauen hierbei so wenig Menschen auf die genutzte Tokenart und dessen Funktionen?
🏩 Was ist die NFT-Paris?
Die NFT-Paris ist eine jährlich stattfindende Veranstaltung, die sich auf Non-Fungible Tokens (NFTs), Blockchain-Technologie und digitale Kunst konzentriert. Die Veranstaltung bringt eine Vielzahl von Künstlern, Sammlern, Entwicklern, Unternehmern und Enthusiasten zusammen, um die neuesten Trends und Innovationen im Bereich der NFTs zu präsentieren und zu diskutieren.
Die NFT Paris-Konferenz bietet typischerweise Vorträge, Panels, Workshops und Ausstellungen, bei denen Experten aus der NFT- und Web3-Industrie Einblicke in die Zukunft von digitalen Assets, Kunst und Blockchain-basierter Technologie geben. Es ist eine Gelegenheit, neue Projekte kennenzulernen, Networking zu betreiben und die Entwicklung des NFT-Marktes und der zugrunde liegenden Technologien zu verfolgen.
NFT Paris hat sich zu einem wichtigen Event für die europäische NFT-Community entwickelt, und es zieht sowohl etablierte als auch aufstrebende Akteure aus der globalen NFT-Szene an.

📅 Trends im Kalenderjahr 2025
👉 Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) und Web3
Ein bedeutender Schwerpunkt lag auf der Verschmelzung von KI und Web3-Technologien. Das XYZ Paris Summit widmete sich speziell diesem Thema und untersuchte, wie generative KI die Web3-Landschaft transformiert.
👉 Tokenisierung von Real-World Assets (RWA)
Die Konferenz beleuchtete die zunehmende Digitalisierung und Tokenisierung physischer Vermögenswerte. Diskussionen drehten sich um die Integration von DeFi-Lösungen und die Schaffung neuer Investitionsmöglichkeiten durch die Tokenisierung realer Vermögenswerte.
👉 Ordinals und Bitcoin-NFTs
Ordinals Paris konzentrierte sich auf Innovationen im Bitcoin-Ökosystem, insbesondere auf die Entwicklung von NFTs auf der Bitcoin-Blockchain. Diese Entwicklung erweitert die Nutzungsmöglichkeiten von Bitcoin und eröffnet neue Perspektiven für digitale Sammlerstücke.
👉 Dezentrale Physische Infrastrukturnetzwerke (DePIN)
Ein weiterer Trend war die Diskussion über DePIN, wobei der Fokus auf der Schaffung dezentraler physischer Infrastrukturen lag, die durch Blockchain-Technologie ermöglicht werden.
👉 Kollaborationen zwischen Kunst und Technologie
Die Veranstaltung förderte die Zusammenarbeit zwischen Künstlern und Technologen, um innovative Projekte zu realisieren. Beispielsweise präsentierte der Künstler Agoria seine (musikalischen) Arbeiten, die KI und biologische Systeme miteinander verbinden, und zeigte damit die kreativen Möglichkeiten auf, die sich aus der Integration von Kunst und Technologie ergeben
🥜 Deutschland in der Nutshell?
Die vorgenannten Use-Cases zeigen, dass sich Technik und Menschheit weiterentwickeln. Blockchain-Technologie und Künstliche Intelligenz sind erst seit kurzer Zeit im Rennen, um den Alltag zu verändern. Wie verändert sich der Alltag von Menschheit, Arbeits- und Steuerwelt hierdurch?
Bereits das Berufsbild des Influencers oder die Branche des E-Commerce führt in Deutschland zu erheblichen Steuerausfallrisiken (s. Bericht des Bundesrechnungshofes aus 2020).
Doch zurück zu den Geschäftsvorfällen und Transaktionen, die auf der Blockchain ausgeführt werden. Insbesondere die Besteuerung von Kryptoassets führt in Deutschland zu immensen Diskussionen. Gesetze aus der analogen Steinzeit, BMF-Schreiben aus 2022 (BMF v. 10.05.2022 – IV C 1 – S 2256/19/10003 :001 BStBl 2022 I S. 668) und die sich ständig weiterentwickelnde Rechtsprechung führen dazu, dass eine zutreffende Deklaration der Erlöse aus NFT-Geschäften schwerlich vollziehbar ist. Das BMF-Schreiben aus 2022 beurteilt zwar auch sonstige Token, doch wäre eine Klarstellung, dass hier auch NFTs explizit zugehören, wünschenswert.
BEISPIEL
Ein typischer Geschäftsvorfall im Zusammenhang mit NFTs:
Eine Person veröffentlicht ein digitales Bild (z.B. Fotografie, Memes, …) zum Kauf (Mint) auf der Plattform „rodeo.club“. Follower, Fans, Kunstinteressierte oder Spekulanten haben 24 Stunden Zeit, dieses Bild zu minten. Das Bild kann beliebig oft gemintet werden. Die Mints werden in Kryptowährungen bezahlt und über die Ethereum-Blockchain abgewickelt. Der Verkäufer bekommt von der Plattform je verkauftem Bild eine Vergütung i.H.v. 0,00005 ETH. Insgesamt wird das Bild 1,6 Millionen Mal verkauft. Einnahme für den Influencer 82ETH (umgerechnet ca. 272.000 €) in 24 Stunden.
❓ Wie soll der Lebenssachverhalt nun in die Steuererklärung bzw. zunächst in die Buchführung übernommen werden?
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Handelt die Person als Privatperson oder sind 1,6 Millionen Verkäufe innerhalb von 24 Stunden schon nachhaltig?
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Hat das Ganze auch Auswirkungen auf die Umsatzsteuer?
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Wer steht mit wem im wirtschaftlichen Leistungsaustausch?
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Ungewiss ist dabei jedoch, wer an wen eine Leistung erbracht hat. Die Plattform gegenüber dem Verkäufer oder hat hier der Verkäufer mit jedem einzelnen Käufer eine wirtschaftliche Leistungsbeziehung? Wo ist der Ort der Lieferung oder Leistung? Und sind die Länder der Käufer überhaupt bekannt, sofern dies relevant sein sollte?
FAZIT
NFT-Paris 2025 hat gezeigt, wie technologieoffen Lebenssachverhalte sind bzw. in welche Richtung sich diese weiterentwickeln werden/ können. Es bleibt spannend, was sich davon als massentauglich durchsetzen wird. Es wäre wünschenswert, wenn einheitliche internationale Regeln, insbesondere zu Deklaration und Besteuerung dieser Lebenssachverhalte getroffen würden. Denn bereits heute ist dieses Thema sehr komplex und in der Praxis schwer händelbar.
NFT-Paris 2026, wir sehen uns!